Debatte um vollverschleierte Schülerin aus Belm geht weiter

Der Fall einer vollverschleierten Oberschülerin aus Belm sorgt weiter für Gesprächsstoff. Die niedersächsische CDU sieht Handlungsbedarf und wirft der Landesregierung Untätigkeit vor. Für Fraktionschef Björn Thümler gibt sie das Bild eines schwachen Staates ab, weil sie schulterzuckend hinnehme, dass die 16-jährige Belmer Schülerin seit drei Jahren im Nikab den Unterricht besucht, obwohl der Kultusausschuss eingeräumt habe, dass das Verhalten der Schülerin gegen bestehende Vorschriften verstoße. Der Ausschuss hatte der Schülerin am Freitag erlaubt, weiter vollverschleiert zu Schule zu gehen, um im Sommer den Abschluss zu machen. Als Begründung hieß es, der Schulfrieden sei nicht gestört. Die Landes-CDU will, dass der Landtag sich mit dem Fall befasst.
Die CDU will außerdem, dass der Fall im Innenausschuss weiter verfolgt wird und deswegen eine Unterrichtung beantragen. Laut Thümler sei es unerlässlich, sich das Umfeld der Schülerin genauer anzuschauen. „In solchen Fällen sind die betroffenen Mädchen die Hauptleidtragenden. In den meisten solcher Fälle ist es nur schwer vorstellbar, dass sie sich aus freien Stücken für die Vollverschleierung entscheiden.“