Landkreis Osnabrück setzt sich für "gute Nachbarschaft" ein

Eine gute Nachbarschaft – die ist vor allen Dingen auf dem Land wichtig. Wenn das Auto mal kaputt ist, fragt man den Nachbarn ob er eine wichtige Fahrt machen kann. Wenn man mal keine Butter mehr hat, dann geht man kurz rüber und borgt sich ein Pfund aus. Was eigentlich ganz selbstverständlich klingt, ist heute nicht mehr überall üblich. Heutzutage müssen wir mehr dafür tun und uns vernetzen, damit Aufgaben erledigt werden, die früher einmal die Nachbarschaft erledigt hatte. Im Landkreis Osnabrück gibt es schon seit einigen Jahren das Projekt: „Auf gute Nachbarschaft“, Henning Müller-Detert vom Landkreis Osnabrück erklärt das System:

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Abgekoppelt von Kultur, von Dorffesten oder von gesellschaftlicher Teilhabe im Allgemeinen, das ist eine Gefahr, die eher in ländlichen Regionen droht. Manche Menschen wohnen sehr einsam, der Bus fährt selten und es ist einfach mühsam, sich auf den Weg zu machen – besonders mit zunehmenden Alter. Die Landkreis Initiative „Auf gute Nachbarschaft“ hat jetzt gerade wieder eines ihrer regelmäßigen Treffen organisiert. Teilnehmer sind alle, die in ihrem Dorf, ihrer Region etwas machen wollen. Eine Austauschbörse für die Aktiven:
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Und die dann auch für seinen Ort umsetzen und z.B. einen Bürgerbus einrichten. In Badbergen im Nordkreis gibt es den schon – für wenig Geld können die Menschen auf dem Land jetzt zum Ärztehaus oder ins Einkaufszentrum gelangen. Und warum soll man so etwas nicht auch in anderen Orten machen?
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Eine gute Idee, die sich für die Hilfesuchenden und auch für die Helfenden lohnen kann. Und wer weiß, was sich noch alles aus solchen zufälligen Treffs ergibt? Eine neue Freundschaft, vielleicht ein regelmäßiges Treffen oder vielleicht nur ein Käffchen mit Kuchen. Text: Autor Andreas Menke
Bildunterschrift:
Im Kreishaus Osnabrück fand jetzt die jüngste Ausgabe der Veranstaltungsreihe „Auf gute Nachbarschaft“ statt. Organisation und Beiträge leisteten (von links) Susanne Klesse (Landkreis Osnabrück), Susanne Kümpers (Hochschule Fulda), Anja Fels (Landkreis Osnabrück) und Martin Schnellhammer (Living Lab).  Foto: Landkreis Osnabrück/Henning Müller-Detert