(PM) Beim Förderkreistreffen der Zoosponsoren im Osnabrücker Rathaus baten Zooverantwortliche und Zoounterstützer um mehr finanzielle Hilfe durch die Stadt Osnabrück. Nach vielen Maßnahmen, um den Zoo in die Wirtschaftlichkeit zu bringen, brauche der Zoo mit Blick auf noch anstehende Umbauten wie den Elefantenpark Hilfe in Höhe von 500.000 Euro jährlich in den kommenden Jahren. 

„Der Zoo Osnabrück hat alles getan, was geht, um schwarze Zahlen zu schreiben. Doch trotz einer kreativen und ausgefeilten Unternehmensstrategie mit hohen Besucherzahlen, hohem Sponsoring- und Fundraisingerlösen sowie geringen Personal- und Energiekosten verhindern die Abschreibungen in Höhe von 2 Millionen Euro jährlich eine positive Bilanz. Der Zoo Osnabrück kann stolz sein auf seine im Bundesvergleich außergewöhnlich hohe Eigenfinanzierungsquote, aber ein Zoo kann sich einfach nicht komplett aus sich selbst finanzieren“, resümiert Joachim Dallwig, Mitglied im Beirat und Finanzbeirat der Zoo Osnabrück gGmbH. Und das war auch die zentrale Botschaft des Förderkreistreffens im Osnabrücker Rathaus. Mit Blick auf die anstehenden Projekte bat Zoogeschäftsführer Andreas Busemann die Stadt Osnabrück um Unterstützung für den Zoo ab dem Jahr 2020: „Wir müssen die Elefantenanlage vergrößern, da sich die Haltungsvorgaben verändern. Das wird etwa sechs Millionen Euro kosten, das können wir nicht alleine stemmen – trotz einer Million Besucher, knapp 200 Sponsoren und zahlreicher Events, die wir für zusätzliche Einnahmen realisiert haben.“ Zoos seien einfach nicht aus sich heraus rentabel. Das zeige die Tatsache, dass nicht jede Stadt sich einen Zoo leistet sowie die kommunale Bezuschussung von Zoos wie in Münster mit demnächst 4,8 Millionen Euro jährlich plus 20 Millionen Euro Investitionszuschüssen oder in Hannover mit circa 3 Millionen Euro jährlich und 35 Millionen Euro für Investitionen.

„Damit wir den Zoo langfristig erhalten und zukunftssicher machen können, ist es notwendig, die letzten Schwachstellen zu modernisieren. Mit einem jährlichen Zuschuss von 500.000 Euro wäre dies zu stemmen. Investieren wir nicht, werden uns die anderen Zoos überholen. Dann das Ruder wieder rumzureißen wird noch teurer und sehr viel schwerer“, so Busemann. Mit dem Zuschuss bleibe man moderat und wolle auch keinen Paradigmenwechsel einläuten. „Wir werden weiterhin Vollgas geben im Zoo und mithilfe von Neuerungen im Tier- oder im Eventbereich aber auch mit Hilfe von neuen Sponsoren Geld für den Zoo reinholen. Wir brauchen aber Unterstützung, damit wir das große Bauprojekt umsetzen und die letzten Schwachstellen beseitigen können sowie um mittelfristig die viel zu geringe Eigenkapitaldecke zu stärken“, so der Geschäftsführer.

Foto: Zoo Osnabrück (Lisa Josef)

Bildunterschrift:  1. Reihe v.l.n.r. Nancy Plaßmann (Vorstandsmitglied Sparkasse Osnabrück und Beiratsmitglied Zoo Osnabrück gGmbH), Uwe Görtemöller (Beiratsmitglied Zoo Osnabrück gGmbH), Karin Bruchhausen (Vizepräsidentin Zoogesellschaft Osnabrück e.V.), Anthony Sheridan (europäischer Zooexperte), Birgit Strangmann (Bürgermeisterin Stadt Osnabrück), Reinhard Sliwka (Aufsichtsratsvorsitzender Zoo Osnabrück gGmbH; 2. Reihe v.l.n.r.: Kai Schaupmann (Geschäftsführer Johann Wolfgang Fischer GmbH und Zoosponsor), Ralf Haas (Aufsichtsratsmitglied Zoo Osnabrück gGmbH), Joachim Dallwig (Mitglied Beirat/Finanzbeirat Zoo Osnabrück gGmbH), Christan Rast (ift Institut für Freizeit und Tourismusberatung)