(PM) Die kommunale Arbeitsvermittlung MaßArbeit konnte 2018 in den vier Samtgemeinden Artland, Bersenbrück, Fürstenau und Neuenkirchen insgesamt 1623 Menschen beruflich integrieren. 568 Empfänger der so genannten Hartz-IV-Leistungen wurden in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt, 50 Leistungsempfänger in eine Ausbildung. Die Integrationsquote der MaßArbeit insgesamt liegt bei 30,4 Prozent, die Integrationsquote für alle niedersächsischen Jobcenter liegt bei nur 25,2 Prozent. „Wir freuen uns darüber, dass die MaßArbeit mit diesem Ergebnis auf Rang 4 von 45 Jobcentern steht – das zeigt ihre Leistungsfähigkeit“, so Landrat Dr. Michael Lübbersmann jetzt in der MaßArbeit-Außenstelle Bersenbrück.  „Das ist ein gutes Ergebnis und motiviert uns, weiter intensiv daran zu arbeiten, möglichst vielen langzeitarbeitslosen Menschen wieder eine Teilhabe am Arbeitsmarkt zu ermöglichen.“

1005 Integrationen seien durch verschiedene Maßnahmen erzielt worden, ergänzte MaßArbeit-Vorstand Lars Hellmers: Darunter Arbeitsgelegenheiten, Aktivierungsmaßnahmen wie Coachings, betriebliche Praktika, berufliche Weiterbildungen oder sonstige Qualifizierungen. Er finde es bedauerlich, dass in der Öffentlichkeit oft ausschließlich auf die Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt geschaut werde, so Lübbersmann: „Wir haben es hier mit Bewerberinnen und Bewerbern zu tun, die alle mehr als ein Jahr, oft bereits mehrere Jahre ohne Arbeit sind“, erinnerte der Landrat. Integrationsmaßnahmen seien in sehr vielen Fällen der entscheidende Schritt, um eine Vermittlung überhaupt erst möglich zu machen. Das bestätigte auch Hellmers: „Wir arbeiten unter anderem mit verschiedenen freien Trägern zusammen und achten bei der Ausschreibung der Maßnahmen sehr genau darauf, dass sie passgenau auf die Bedarfe unserer Bewerber passen – im Vordergrund steht eine möglichst individualisierte Arbeit mit jedem Klienten.“

So sei etwa im Mai vergangenen Jahres mit der Werkakademie Bersenbrück ein neues Angebot für den Nordkreis etabliert worden. „Eine erste Werkakademie haben wir bereits Ende 2014 in Georgsmarienhütte aufgebaut und sehr gute Erfahrungen damit gemacht“, schilderte Hellmers. Zwei Jobcoaches stünden montags bis freitags den Arbeitsuchenden beratend zur Verfügung und erarbeiteten so in Einzelbetreuung oder Kleinstgruppen mit bis zu 35 Bewerbern pro Woche gemeinsam individuelle Arbeitsintegrationsstrategien. „Geprägt wird die Arbeit der Werkakademie vom `Work-first`-Gedanken“, erklärte der MaßArbeit-Vorstand: „Ziel ist die sofortige Aktivierung und kurzfristige Beendigung der Hilfebedürftigkeit durch die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.“

Die MaßArbeit kAöR Jobcenter Landkreis Osnabrück sei zur Qualitätssicherung als  Bildungsträger nach der so genannten Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung AZAV zertifiziert, sagte Hellmers. „Deshalb haben wir für beide Standorte im vergangenen Jahr das Überwachungsaudit absolviert.“ Die intensive Beratungsarbeit lohne sich: Die frisch an den Start gegangene Werkakademie in Bersenbrück habe bei 66 Teilnehmern eine Vermittlungsquote in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von 45,5 Prozent erreicht, das etablierte Angebot in Georgsmarienhütte mit 155 Teilnehmern sogar eine Quote von 50,3 Prozent.

Hintergrundinfo:

Die kommunale Arbeitsvermittlung MaßArbeit ist seit 2005 als Tochter der Optionskommune Landkreis Osnabrück in alleiniger Trägerschaft für Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) zuständig und damit zugelassener kommunaler Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Das bedeutet, dass die MaßArbeit neben der Gewährung von Geldleistungen auch alleinverantwortlich für die Beratung, Arbeitsvermittlung und Arbeitsförderung aller Leistungsberechtigten nach dem SGB II im Landkreis Osnabrück zuständig ist. Dieses so genannte „Optionsmodell“ nutzen bundesweit 104 Landkreise und kreisfreie Städte.

Bildunterschrift: Die vier Samtgemeinden im Nordkreis, die von den MaßArbeit-Außenstellen Bersenbrück, Fürstenau und Quakenbrück betreut werden, standen im Fokus der Bilanz der kommunalen Arbeitsvermittlung, die (von links) MaßArbeit-Vorstand Lars Hellmers und Landrat Dr. Michael Lübbersmann vorstellten. Foto: MaßArbeit / Kimberly Lübbersmann