Erfolgreicher und missglückter Enkeltrick in der Region

(PM) Im Zusammenhang mit einem Fall des betrügerischen „Enkeltricks“ bittet die Polizei um Hinweise auf den unbekannten Geldabholer. Eine in Glandorf wohnende Seniorin erhielt am Donnerstagmorgen einen Anruf ihrer angeblichen Enkelin. Unter dem Vorwand, eine Wohnung kaufen zu wollen und dafür dringend Geld zu benötigen, wurde die Rentnerin um eine finanzielle Unterstützung gebeten. In dem Glauben, dass es sich wirklich um ihre Angehörige handeln würde, willigte die ältere Dame in die Transaktion ein. Sie holte einen größeren Bargeldbetrag von der Bank.  Die „Enkelin“ teilte der Seniorin dann mit, dass ein Freund vorbeikommen und das Geld abholen würde. Diese Person erschien dann gegen 13 Uhr an der Wohnung im Mittelweg, nahm den fünfstelligen Eurobetrag entgegen und verabschiedete sich. Der Geldabholer war etwa 170cm groß, 30-35 Jahre alt, sprach gebrochen Deutsch und trug eine dunkelblaue Jacke und ein blaues Cappy. Hinweise zu dem Unbekannten bitte unter 05401 879500 an die Polizei.

 In Berge wurde ein Senior am Donnerstagnachmittag von einer angeblichen Cousine angerufen. Diese Frau forderte 19.000 Euro für angebliche Geschenke innerhalb der Familie. Es kam zum Glück nicht zu einer Geldübergabe.

Polizei warnt

Die Polizei nimmt diese aktuellen Fälle erneut zum Anlass, um auf die betrügerische Masche „Enkeltrick“ hinzuweisen: Die betrügerischen Anrufer nennen den eigenen Namen nicht und wählen die „Du“ -Anrede. Mit einer freundlich intonierten Eingangsfrage „Rate mal, wer hier spricht?“ können sofort potentielle Beziehungen ausgelotet werden. Je nach Antwort der möglichen Opfer geben sich die Anrufer am Telefon beispielsweise als Enkel/in, Neffe/Nichte oder als andere ziemlich nahe Verwandte oder „gute alte“ Bekannte aus. Sie bitten das potenzielle Opfer um einen Geldbetrag für ihre behauptete Notlage. Dazu werden als Gründe für die Geldnot oft schwierige Umstände wie Unfälle, Autokauf oder Hauskauf genannt. Mehrmalige Anrufe in kurzen Abständen nehmen dem Opfer die Möglichkeit, sich über das Geschehene Gedanken zu machen oder sich mit den eigenen Verwandten zu beraten.

Betrüger ergaunern Millionen

Unter emotionalem Druck willigen sie ein, heben Geld bei ihrer Bank ab und treffen sich dann mit einem Abholer, der vom vermeintlichen „Enkel“ geschickt wurde, um das Geld an der Haustür abzuholen. Mitunter werden die Opfer auch dazu gedrängt, Geld auf ein (ausländisches) Konto zu überweisen oder leicht transportable Wertgegenstände auszuhändigen. Die Wahl der Opfer verläuft meist über Telefondaten. Hierbei werden gezielt Vornamen ausgewählt, die auf ältere Jahrgänge schließen lassen, z. B. Anneliese, Klara, Hedwig, Hans-Peter, Josef, Alfred. Gefährdete Opfer sind ältere, vereinsamte, schwerhörige, seheingeschränkte sowie demente Menschen. „Und hier kommt die Familie, die Angehörigen ins Spiel“, so Anke Hamker von der Polizei Osnabrück. „Warnen Sie Ihre Angehörigen vor diesen Anrufern, kümmern Sie sich um die älteren Leute, halten Sie Kontakt zu Ihnen. Viele haben Angst vor Einbrechern oder Räubern. Aber Angst, Opfer eines Enkeltricks zu werden hat niemand! Jeder/e denkt: „Das kann mir doch nicht passieren! Ich falle doch auf so etwas nicht rein.“ Weit gefehlt: In den letzten Jahren erbeuteten Betrüger mit der Enkeltrickmasche Millionenbeträge!