Polizei sucht mit Phantombild nach Trickbetrüger

(PM) Am 16.07.2019 wurde eine Seniorin in Voltlage Opfer eines Enkeltricks. Zwischen 15 Uhr und 16 Uhr holte ein unbekannter Mann zwei Koffer mit Münzen bei ihr ab. Ein Koffer war rot, 30cm x 15cm, der andere Koffer war blau und größer, 40cm x 25cm. Abholer war der im Phantombild gezeigte Mann (Beschreibung: ca. 40-45 Jahre alt, 175-180cm groß, ungepflegtes Äußeres, dunkelblonde-braune lockige Haare, weite Jeanshose mit auffallend großen Löchern, Shirt). Die Polizei fragt: Wer kennt den abgebildeten Mann oder hat ihn am 16.07.2019 in Voltlage oder Umgebung gesehen? War er mit einem Auto unterwegs? Wem sind die beschriebenen Koffer aufgefallen? Hinweise zu dem Fall bitte an die Polizei in Bersenbrück, 05439 9690 oder in Osnabrück, 0541 327 3303.

Polizei warnt

Die Polizei nimmt diese aktuellen Fälle erneut zum Anlass, um auf die betrügerische Masche „Enkeltrick“ hinzuweisen: Die betrügerischen Anrufer nennen den eigenen Namen nicht und wählen die „Du“ -Anrede. Mit einer freundlich intonierten Eingangsfrage „Rate mal, wer hier spricht?“ können sofort potentielle Beziehungen ausgelotet werden. Je nach Antwort der möglichen Opfer geben sich die Anrufer am Telefon beispielsweise als Enkel/in, Neffe/Nichte oder als andere ziemlich nahe Verwandte oder „gute alte“ Bekannte aus. Sie bitten das potenzielle Opfer um einen Geldbetrag für ihre behauptete Notlage. Dazu werden als Gründe für die Geldnot oft schwierige Umstände wie Unfälle, Autokauf oder Hauskauf genannt. Mehrmalige Anrufe in kurzen Abständen nehmen dem Opfer die Möglichkeit, sich über das Geschehene Gedanken zu machen oder sich mit den eigenen Verwandten zu beraten.

Betrüger ergaunern Millionen

Unter emotionalem Druck willigen sie ein, heben Geld bei ihrer Bank ab und treffen sich dann mit einem Abholer, der vom vermeintlichen „Enkel“ geschickt wurde, um das Geld an der Haustür abzuholen. Mitunter werden die Opfer auch dazu gedrängt, Geld auf ein (ausländisches) Konto zu überweisen oder leicht transportable Wertgegenstände auszuhändigen. Die Wahl der Opfer verläuft meist über Telefondaten. Hierbei werden gezielt Vornamen ausgewählt, die auf ältere Jahrgänge schließen lassen, z. B. Anneliese, Klara, Hedwig, Hans-Peter, Josef, Alfred. Gefährdete Opfer sind ältere, vereinsamte, schwerhörige, seheingeschränkte sowie demente Menschen. „Und hier kommt die Familie, die Angehörigen ins Spiel“, so Anke Hamker von der Polizei Osnabrück. „Warnen Sie Ihre Angehörigen vor diesen Anrufern, kümmern Sie sich um die älteren Leute, halten Sie Kontakt zu Ihnen. Viele haben Angst vor Einbrechern oder Räubern. Aber Angst, Opfer eines Enkeltricks zu werden hat niemand! Jeder/e denkt: „Das kann mir doch nicht passieren! Ich falle doch auf so etwas nicht rein.“ Weit gefehlt: In den letzten Jahren erbeuteten Betrüger mit der Enkeltrickmasche Millionenbeträge!