Von Paraguay ins MHA

(PM)Larissa und Diego Penner arbeiten in der Geriatrie und der Inneren Medizin des MHA

 

Über einen Bekannten von Bruno Penayo-Schwarz, Oberarzt Geriatrie am Marienhospital Ankum-Bersenbrück (MHA), wurden Larissa und Diego Penner (beide 26) aus Paraguay auf die Möglichkeit einer Facharztausbildung in Deutschland aufmerksam und kamen an das Ankumer Krankenhaus der Niels-Stensen-Kliniken.

 

Ihr Medizinstudium hatten sie 2018 in Paraguay abgeschlossen, 2019 geheiratet und sich dann auf den Weg nach Ankum gemacht.

 

Mit der Verständigung haben die beiden keine Probleme. Sie sprechen fließend Deutsch. Die Vorfahren von Larissa und Diego Penner waren Deutsche, die 1927 nach Paraguay auswanderten.

 

In Paraguay waren Larissa und Diego an einer deutschen Schule in der Nähe von Loma Plata, einer Stadt des nordwestlichen Departamentos Boquerón in Paraguay im Gran Chaco. Das ist eine Savannenlandschaft im Westen Paraguays, in der viele Deutschstämmige leben. Loma Plata ist rund 450 Kilometer von der Landeshauptstadt Asunción entfernt.

 

Ihr Medizin-Grundstudium haben beide in Asunción gemacht. Die Facharztausbildung folgt nun in Deutschland. Sie wird etwa sechs Jahre dauern. Für die Ausreise mussten sie viele Formalitäten regeln. Das hat fast ein Jahr gedauert. Doch im letzten Oktober war es dann soweit und sie konnten ausreisen.

 

In Ankum starteten beide auf der Geriatrie. Diego wechselte später auf die Innere. In Paraguay gebe es Geriatrien noch kaum, berichtet er. Überhaupt sei in paraguayanischen Kliniken Untersuchungen mit Ultraschall oder Laborbedarf schwieriger und langwieriger. Insgesamt seien die Krankenhäuser – von Ausnahmen abgesehen – nicht so gut ausgestattet wie in Deutschland. Vor allem auf dem Land gebe es einen großen Bedarf an Ärzten, da alle in der Hauptstadt arbeiten wollten. Komplexe Behandlungen seien oft nur in der Hauptstadt oder Zentren möglich. Patienten müssten daher häufig über weite Strecken verlegt werden.

 

Ansonsten sei das Klima in Paraguay ganz anders als in Deutschland, so Larissa. Die Temperaturen betrügen ganzjährig zwischen 30 und 40 Grad. Ein Kennzeichen für Deutschland sei auch die Pünktlichkeit und der gut geordnete Verkehr.

 

Von ihrem Aufenthalt im MHA versprechen sich die beiden, ihren Horizont zu erweitern, Erfahrungen zu sammeln und um etwas zu Neues zu machen. Sie freuen sich, eine Wohnung in nächster Nähe zum MHA gefunden zu haben. Die Umgebung haben sie aber noch kaum erkunden können. Dazu sei noch keine Zeit gewesen, sagt Diego. Aber sie haben Freunde aus Paraguay, die in Osnabrück wohnen. Das hatten sie allerdings erst erfahren, als sie hier angekommen waren. Ein schöner Zufall. Mit ihnen wollen sie nun häufiger etwas unternehmen und die Region kennenlernen.