Rüsselspringer und Sonnensittiche im Zoo Osnabrück

(PM) Im Zoo Osnabrück sind gleich mehrere neue Tiere eingezogen und das fast in direkter Nachbarschaft zueinander. Im „Sandkatzenhaus“ bei den Nashörnern lebt jetzt ein männlicher Kurzohrrüsselspringer mit dem Osnabrücker Weibchen zusammen. Nur wenige Meter weiter sind bei den Sonnensittichen zwei neue Männchen eingezogen. Für den ersten Besuch müssen sich Besucher aber gedulden, bis der Zoo wieder öffnen darf.

Kurzohrrüsselspringer haben nicht nur einen langen Namen, sondern auch einen, der sie erstaunlich gut beschreibt. Denn die mausgroßen, afrikanischen Nagetiere haben kurze Ohren, eine rüsselartige Nase und können sehr gut springen. „Die kleine Rüsselnase ist auch der Grund dafür, warum sie manchmal Elefantenmäuse genannt werden“, verrät Franz Schelshorn, Tierpfleger und Revierleiter im Zoo Osnabrück. Auch, wenn sich männliche und weibliche Kurzohrrüsselspringer sehr ähnlichsehen, kann der Tierpfleger sie auseinanderhalten. „Man muss auf den Charakter achten. Wenn man täglich mit den Tieren zu tun hat, fällt das schon auf. Unser Weibchen ist zum Beispiel sehr schüchtern und versteckt sich gerne. Das neue Männchen ist hingegen nicht so scheu.“ Die Eingewöhnung im neuen Zuhause hat bei dem munteren Männchen, das aus dem Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart kam, sehr gut funktioniert. „Mit der Eingewöhnung neuer Kurzohrrüsselspringer hatte ich eigentlich noch nie Probleme“, sagt Schelshorn. „Rüsselspringer leben zwar monogam, aber nur solange, wie sie auch eine Partnerin haben. Wenn das Weibchen stirbt, suchen sich die Männchen eine neue Partnerin und bei den Weibchen verhält es sich genauso. Da beide Tiere ‚Single‘ waren, war die Zusammenführung ganz entspannt.“

Wegen ihres Rüssels werden Kurzohrrüsselpringer auch „Elefantenmäuse“ genannt © Zoo Osnabrück (Jan Banze)

Neuankömmlinge auch bei den Sonnensittichen

Nur wenige Meter weiter gibt es auch bei den farbenfrohen Sonnensittichen Verstärkung. „Wir haben zwei neue Männchen, die ebenfalls aus dem Zoo in Stuttgart kommen“, erklärt Alina Niebler, Tierpflegerin im Vogelrevier. „Man erkennt sie zurzeit leicht, da ihr Gefieder an den Flügeln noch mehr grün statt gelblich ist, denn sie sind erst 2020 geschlüpft und der intensive Gelbton der Federn kommt erst nach etwa neun Monaten stärker zur Geltung.“ Auch hier haben sich die neuen bereits sehr gut in die Gruppe integriert, die mit dem Zuzug aus jetzt zehn Papageien besteht. „Nur der Wechsel von der Außenvoliere nach drinnen ist noch etwas schwierig. Die Vögel wollen abends immer gerne rein, aber die neuen finden nicht immer den Weg. Wir müssen ihnen dann ein wenig die Richtung weisen, aber mit der Zeit werden sie das auch alleine schaffen“, ist Niebler überzeugt.

Zwei männliche Sonnensittiche sind aus dem Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart nach Osnabrück gekommen. An ihrem stärker ausgeprägten grünen Gefieder kann man sie zurzeit noch leicht erkennen. © Zoo Osnabrück (Jan Banze)

Nachwuchs ist gewünscht

Dass sowohl bei den Kurzohrrüsselspringern als auch bei den Sonnensittichen männliche Tiere in den Zoo geholt wurden, ist kein Zufall. „Wir hoffen natürlich, dass es bei beiden Tierarten in Zukunft Nachwuchs geben wird“, sagt Andreas Wulftange, zoologische Leitung im Zoo Osnabrück. „Den hatten wir auch schon in der Vergangenheit, allerdings sind die Männchen leider altersbedingt verstorben. Vor allem bei den Sonnensittichen ist eine Reservepopulation in Zoos in den letzten Jahren wichtig geworden. Laut der ‚Roten Liste für gefährdete Tierarten der internationalen Union zur Bewahrung der Natur‘ sind die Vögel stark gefährdet und der Bestand in der Natur hat aufgrund übermäßigen Handels mit den Tieren stark abgenommen. Es gibt schätzungsweise nur noch 1.000 bis 2.500 Tiere in der Natur, die vor allem im Norden Brasiliens leben, mit sinkender Tendenz.“ Da eine Kernaufgabe von Zoos der Natur- und Artenschutz ist, ist die Zucht der Tiere ein wichtiger Bestandteil der Haltung. Besucher können die neuen Tiere sehen, sobald der Zoo wieder öffnen darf. Aktuell fehlen dem Zoo weiterhin die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern für die Versorgung der Tiere, die täglich etwa 13.000 Euro kostet. Wer den Tieren im Zoo jetzt helfen möchte, kann schon eine Jahreskarte für 2021 kaufen. Jahreskarten 2021 sind bis zum 1. April 2022 gültig und rentieren sich bereits mit dem zweiten Besuch.