Geflügelpest: Sperrzone aufgehoben

(PM) Der Landkreis Osnabrück hebt die Sperrzone auf, die wegen des Geflügelpestausbruchs in Badbergen am 16. November eingerichtet worden war. Die Aufhebung gilt ab 17. Dezember. Der Geflügelpestausbruch, der sich Mitte November 2021 in der Gemeinde Badbergen ereignet hatte, ist mittlerweile beendet. Die um den Ausbruchsort eingerichtete Sperrzone, in der spezielle Maßnahmen wie die Aufstallung von Geflügel gegen eine mögliche Weiterverbreitung des Geflügelpesterregers (hochpathogenes aviäres Influenzavirus, HPAIV) eingehalten werden mussten, wird zum 17. Dezember 2021 wieder aufgehoben. Ab diesem Zeitpunkt darf das Geflügel auch in dieser Zone wieder im Freien gehalten werden, ebenso gibt es keine Handels- und Verbringungsbeschränkungen mehr.

Die aktuelle Risikobewertung des Landkreises Osnabrück ergibt, dass momentan eine flächendeckende Aufstallung des Geflügels im Gebiet von Stadt und Landkreis Osnabrück nicht erforderlich ist. Aktuell liegen im Gebiet von Stadt und Landkreis Osnabrück keine Nachweise von Geflügelpestfällen bei Wildvögeln vor. Dennoch ist zu beachten, dass von Wildvögeln und deren Ausscheidungen in nächster Zeit Gefahren für die Geflügelbestände ausgehen können Der Vogelzug (auch Wasservögel) ist noch nicht abgeschlossen; insbesondere bei Witterungsveränderungen kann es zu vermehrten Wildvogelbewegungen kommen, durch die es zu einem Eintrag des Geflügelpesterregers kommen könnte. Die Einschleppung des Geflügelpesterregers kann über Wildvogelkot oder direkten Kontakt zwischen infizierten Wildvögeln und Geflügel erfolgen. Tote, infizierte Wildvögel stellen eine zusätzliche Gefahr für die Verbreitung des Geflügelpesterregers dar, beispielsweise indem sie von Aasfressern aufgenommen werden, die entweder (als Vögel) selbst erkranken können oder Vogelkadaver verschleppen.

Um eine derartige Übertragung in hiesige Geflügelbestände zu verhindern, rät der Veterinärdienst von Stadt und Landkreis Osnabrück dringend dazu, folgende Schutzmaßnahmen umzusetzen und einzuhalten:

  • Minimierung von Kontakten zwischen Geflügel und wilden Wasservögeln; insbesondere Verhinderung des Zugangs von Geflügel zu natürlichen Gewässern (Bäche, Flüsse, Teiche, Seen). Dies kann durch entsprechende Einzäunung der Ausläufe oder – noch besser – durch die freiwillige Aufstallung des Geflügels erfolgen. Aufstallung muss nicht bedeuten, dass die Tiere nicht mehr ins Freie kommen: Durch allseits gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherte und mit vogelkotdichten Überdachungen versehenen Schutzvorrichtungen kann den aufgestallten Tieren ein Auslauf gewährt werden, der den Anforderungen der Aufstallung genügt.
  • Überprüfung, Optimierung und konsequente Umsetzung der Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelhaltungen mit dem Ziel, dass der Erreger nicht eingeschleppt wird (z.B. strikte Trennung von Stall- und Straßenkleidung, Hand- und Schuhdesinfektion, Schutz der Futter- und Tränkplätze sowie der Futter- und Einstreulager vor Wildvögeln, kein Betreten der Haltungseinrichtung durch Unbefugte, Reinigung und Desinfektion von Gerätschaften).
  • Erhöhte Wachsamkeit für ein schnelles Erkennen von Seuchenverdachtsfällen bei Geflügel und unverzügliche Einleitung der diagnostischen Abklärung hinsichtlich Geflügelpest. Im Falle erhöhter Erkrankungs- und Todesraten sollte unverzüglich eine tierärztliche Abklärung erfolgen.
  • Vermeidung des direkten Kontakts von Personen und Haustieren zu toten oder kranken Wildvögeln.
  • Jäger und Personen, die mit Wildvögeln in Kontakt gekommen sind, sollten Ställe, in denen sich Geflügel befindet, in den folgenden 48 Stunden nicht betreten.

Der Veterinärdienst bittet schon zum jetzigen Zeitpunkt alle Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter, die Umsetzungsmöglichkeiten einer möglichen Stallpflicht zu prüfen und dann vorzubereiten, damit diese im Fall der Anordnung kurzfristig umgesetzt werden kann.