PM 110417 Besuch Petra Lucas-Wasserqualität Belm

Belm: Trinkwasserqualität laut Bürgermeister Hermeler sehr gut

(pm) Was zur Sicherstellung der Qualität des Belmer Trinkwassers unternommen wird, wollte jetzt die Landtagskandidatin der Grünen, Petra Lucas aus Ostercappeln-Haaren, im Gespräch mit Bürgermeister Viktor Hermeler und Diplom-Ingenieur Horst Kipp erfahren.

Der Hintergrund ist offensichtlich. Zu hohe Nitratwerte im Grundwasser sind in weiten Teilen Niedersachsens ein Problem. Auch in Belm. In sieben von insgesamt elf Förderbrunnen wird der Grenzwert von 50 mg Nitrat je Liter Grundwasser (mg/l) überschritten. „Welche Auswirkungen hat das auf die Qualität des Trinkwassers? Wie reagiert die Gemeinde darauf und was kann das Land tun, um die Probleme zu mindern und zu beheben?“, waren die Fragen, die Petra Lucas mitgebracht hatte.

„Die Trinkwasserqualität in Belm ist nach wie vor sehr gut“, erklärte Bürgermeister Viktor Hermeler. „Jeder, der bei uns in Belm den Wasserhahn öffnet, bekommt ein astreines Lebensmittel“. Belm unterschreite den zulässigen Grenzwert dauerhaft mit einem stabilen Wert von 37 mg/l. Alle anderen Inhaltsstoffe lägen dabei so niedrig, dass das Wasser nicht chemisch aufbereitet oder gefiltert werden müsse. Hermeler: „Die Trinkwasserqualität, die durch unabhängige Untersuchungen laufend kontrolliert wird, erreichen wir durch Mischung des Wassers aus allen Brunnen“.

Gleichwohl sei der Nitratgehalt ein Problem, mit dem sich die Gemeinde Belm seit Jahren befasse. Schon in den 1990er-Jahren, als die Nitratgehalte noch höher lagen als heute, habe man freiwillige Vereinbarungen mit Landwirten getroffen, um die Gülle-Düngung zu begrenzen und dadurch die Nitratwerte deutlich reduzieren können.

„Warum in einigen Brunnen des Belmer Wasserwerks die Nitratwerte höher sind, hängt auch von der Bodenbeschaffenheit und der Geologie des Untergrundes ab“, erklärt Fachmann Horst Kipp, aktuell zuständig für die Wasserver- und entsorgung in der Gemeinde Belm. „Wir haben geologisch in Powe und Icker kluftiges Gestein. Die Bodenpassage vom Oberflächeneintrag in Grundwassertiefe geht hierbei deutlich schneller als etwa in sandigen Böden oder Kalkgestein, die Nitrat länger binden“, macht Kipp deutlich. In den vergangenen 30 Jahren habe es in Belm keine Brunnenvertiefungen gegeben, um etwa das Grundwasser aus tieferen Grundwasserschichten zu fördern.

Für eine weitere Verbesserung der Nitratwerte in den bezeichneten Brunnen soll nun die Ausweisung eines gemeindeübergreifenden Wasserschutzgebietes sorgen, das der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung bereits beschlossen hat. Innerhalb des Schutzgebietes werde etwa die Ausbringung von organischen Düngern auf landwirtschaftlichen Flächen generell verboten.

„Zwar können die Tierbestände nicht wie bisher weiter wachsen, aber die Landwirtschaft darf nicht als alleiniger Verursacher für die Belastung des Grundwassers gesehen werden“, betonte Petra Lucas. Neben regulierenden Maßnahmen wie mit der neuen Dünge-Verordnung könne auch der Bürger durch sein Verbrauchsverhalten Einfluss auf unsere Trinkwasserqualität nehmen. „Wenn ich immer nur billig kaufen will, unterstütze ich die Massenproduktion“, so die Landtagskandidatin. Einer Integration von Belm in den Wittlager Wasserverband stehe sie als Ostercappelner Ratsfrau positiv gegenüber.

Bildunterschrift: Wo liegen die Belmer Brunnen? Wie haben sich die Nitratwerte in Belm entwickelt und wo verläuft das neue Wasserschutzgebiet? Die Landtagskandidatin der Bündnis90/Die Grünen, Petra Lucas, informierte sich unter anderem darüber jetzt mit dem Kreisgeschäftsführer der Grünen, Johannes Bartelt (li.), dem Fraktionsvorsitzendem der Belmer Grünen, Jürgen Blaue (re.), und Ralf Zimmermann (stehend, v. re.) bei Bürgermeister Viktor Hermeler und Diplom-Ingenieur Horst Kipp im Belmer Rathaus. Foto: Gemeinde Belm/D. Meyer