BU: Derzeit entschlammt die SWO Netz GmbH das Regenrückhaltebecken am Gartlager Weg (© SWO Netz / Sven Kreutzmann).

Entschlammung für den Gewässerschutz

(PM) Turnusmäßig im Herbst steht für die SWO Netz GmbH die Entschlammung von Regenrückhaltebecken an. Bereits seit Anfang dieser Woche befreien Bagger das mittlerweile leergepumpte Becken am Gartlager Weg von Ablagerungen. Mit der Maßnahme verbessert die SWO Netz GmbH die Aufnahmefähigkeit und Filterfunktion des Regenrückhaltebeckens in der Gartlage – immerhin eines der größten in Osnabrück.

„Die Entschlammung dieses Beckens stand jetzt wieder an“, sagt Sven Kreutzmann, der seitens der Stadtwerke-Netztochter die Arbeiten koordiniert. Zunächst wurde ein Großteil des Wassers abgepumpt, anschließend das Becken „befischt“ und die Fische in andere Gewässer ‚umgesiedelt‘. Nach der Befischung wurde das restliche Wasser aus dem Becken gepumpt, parallel starteten die Entschlammungsarbeiten. „Die Bagger häufen den Schlamm derzeit zu ‚Schlammbergen‘ an, damit er entwässern kann und ‚stichfest‘ wird“, erläutert der Experte. Kreutzmann rechnet mit insgesamt 10.000 Tonnen Schlamm, der abtransportiert und in einer Sonderdeponie entsorgt wird.

Herbst ist Entschlammungszeit

Je nach Wetterlage sollen die Entschlammungsarbeiten am Gartlager Weg in diesem Jahr abgeschlossen sein. Im Anschluss stehen die beiden kleineren Regenrückhaltebecken an der Voltstraße am Hasepark sowie „In der Strothe“ im Stadtteil Atter auf der Liste. „Hier werden insgesamt 5.000 Tonnen Schlamm entsorgt“, rechnet Kreutzmann vor. Diese Arbeiten sollen im Februar des kommenden Jahres abgeschlossen sein. „Solche Maßnahmen werden aus Rücksicht auf die Brut- und Nistzeiten grundsätzlich immer ab Herbst und in den Wintermonaten durchgeführt“, betont Kreutzmann weiter. „Die Herbstzeit ist für uns somit immer der Beginn der ‚Entschlammungszeit‘.“

Mehr als 90 Regenrückhaltebecken verschiedener Größen gibt es insgesamt in Osnabrück. „Alle Becken leisten einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Hase oder Düte und dienen dem Hochwasserschutz – indem das gestaute Regenwasser gleichmäßig weitergeleitet wird und sich viele Stoffe bereits in den Becken absetzen können“, erläutert Sven Kreutzmann. Insgesamt 500.000 Kubikmeter Wasser können sämtliche Regenrückhaltbecken aufnehmen. „Um dies auch künftig gewährleisten zu können, ist eine regelmäßige Entschlammung erforderlich.“

Regenrückhaltebecken als Naherholungsziel

Die 90 Regenrückhaltebecken erfüllen neben dem Hochwasserschutz noch eine weitere Funktion. „Die Becken werden bewusst naturnah gestaltet und dienen auch als gern genutztes Naherholungsgebiet“, betont Kreutzmann. „Das führt dazu, dass vielen Osnabrückern der eigentliche Zweck der Becken gar nicht bewusst ist.“ Für den SWO Netz-Fachmann hat der „Doppel-Nutzen“ einen hohen Wert: „Die Regenrückhaltebecken sind ein wichtiges Stück Lebensqualität in Osnabrück.“