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Studenten aus aller Welt in Osnabrück zu Gast

(PM) 38 Bewerberinnen und Bewerber aus 18 Ländern wurden ausgewählt, vom 6. bis 29. Juli an den neunten International Summer Schools der Universität Osnabrück, die das International Office betreut, teilzunehmen. Die insgesamt drei Summer Schools behandeln dabei sowohl Theorie als auch Praxis der modernen Zellbiologie, der interkulturellen Kompetenzen aus psychologischer Perspektive sowie des deutschen Finanz- und Steuerrechts.

Die 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Summer School „Biomembranes and Cellular Microcompartments“ stellen sich unter der Leitung von Experten aus dem Fachbereich Biologie/Chemie zum Beispiel der Frage, wie die Mikroumgebung eines Proteins – das zelluläre Mikrokompartiment – das Leben von Organismen beeinflusst. Das Verständnis der Physiologie und Dynamik dieser Systeme ermöglicht neue Ansätze in der Medizin und Biotechnologie. „In unseren Fachbereichen verbinden wir eine starke Tradition der Biomembran-Forschung mit den neuesten Entwicklungen an den Schnittstellen zur Nanowissenschaft und Zellbiologie“, so Prof. Dr. Joost Holthuis, Koordinator des Programms. „Mit der Summer School wollen wir internationale Talente als Masterstudierende und Promovierende für unsere interdisziplinären Forschungszentren ‚SFB944‘ und ‚CellNanOS‘ sowie für unser Graduiertenkolleg ‚EvoCell‘ gewinnen. Außerdem möchten wir den Austausch von akademischen und kulturellen Erfahrungen zwischen lokalen und internationalen Studentinnen und Studenten anregen.“

Heber Monge Arias, Masterstudent der Mikrobiologie an der University of Costa Rica, schätzt das Angebot der Summer School: „Für meine Masterarbeit erforsche ich die Zusammenhänge in zellulären Mikrokompartimenten. Hier in Osnabrück habe ich die Möglichkeit, mein Wissen über diesen faszinierenden Themenbereich zu erweitern.“

In der Summer School „Intercultural Competencies“ am Institut für Psychologie beschäftigen sich ebenfalls 14 internationale Gäste unter der Leitung von Studiendekan Prof. Dr. Karsten Müller und Transfermanagerin Shirin Betzler intensiv mit dem Thema der interkulturellen Kompetenz aus psychologischer Perspektive. Gemeinsam mit renommierten internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der interkulturellen Forschung wie Prof. Dr. Kate Hattrup (San Diego State University), Prof. Dr. Mariano Rosabal (Universidad de Costa Rica) oder Prof. Dr. Daniela Gröschke (Friedrich-Schiller-Universität Jena) schärfen sie ihre kultursensitive Herangehensweise und Handlungskompetenz.

Schließlich lernen sie den Umgang mit Techniken und Methoden, um die Entwicklung interkultureller Kompetenzen in Trainingsformaten systematisch zu stärken und in die Praxis zu tragen. „Unser Summer School-Programm ist ein wichtiger Bestandteil unseres Schwerpunktes der interkulturellen Psychologie, den wir am Institut für Psychologie mit mehreren beteiligten Fachgebieten in Forschung und Lehre fest etabliert haben“, erklärt Prof. Dr. Karsten Müller. „Neben unserem Masterprogramm der interkulturellen Psychologie stellt die Summer School eine tolle Möglichkeit dar, Referentinnen, Referenten und Teilnehmende aus aller Welt zur Auseinandersetzung mit dem Thema Kultur auf wissenschaftlicher sowie praktischer Ebene einzuladen.“

Prof. Dr. Heike Jochum, Leiterin des Instituts für Finanz- und Steuerrecht, hat in diesem Jahr die erste Summer School „German Tax Law and Treaty Policy“ initiiert. Zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzen sich am Institut unter anderem mit dem deutschen Steuersystem auseinander. Die Vernetzung der Beteiligten mit Steuerbehörden und Finanzgerichten steht dabei im Vordergrund. Die Seminare und Workshops bieten zudem Einblicke in internationale Steuerangelegenheiten und grenzübergreifende Geschäfte wie den Einfluss der EU auf wirtschaftliche Aktivitäten. „Die deutsche Wirtschaft ist stark exportorientiert. Internationale Handelsbeziehungen führen zu spannenden Fragen des Internationalen Steuerrechts. Diese stehen seit jeher im profilprägenden Mittelpunkt der Forschungsleistungen des Instituts für Finanz- und Steuerrecht“, so Professorin Jochum. „Die International Summer School bietet nun exklusiv in Osnabrück die Möglichkeit, diese Fragen mit jungen Nachwuchstalenten aus aller Welt zu diskutieren.“

Die Gäste werden vom International Office betreut. Das Team ermöglicht ihnen Einblicke in das Osnabrücker Leben, die Stadtkultur und die Umgebung. „Es ist uns wichtig, unseren Gästen auch außerhalb ihrer fachlichen Programme Einblicke in hiesige kulturelle Kontexte zu ermöglichen“, so Rouven Brinkmann, Koordinator der internationalen Kurzzeitprogramme. „Schließlich sind auch die Fachkulturen selbst geprägt durch diese Kontexte.“ Dr. Stephanie Schröder, Leiterin des International Office, ergänzt: „Die Programme bieten uns die Möglichkeit, Interessenten aus verschiedenen Regionen und Fachrichtungen an die Universität Osnabrück zu holen. Hier können sie ihr eigenes Fachwissen vertiefen und neue Blickwinkel und Perspektiven aufzeigen.“ Dies trage zur Prägung der Fachkulturen und zur höheren internationalen Sichtbarkeit der Universität Osnabrück bei.

Vielen der Gäste bieten die Summer Schools außerdem die Möglichkeit zur weiteren professionellen Orientierung. Heber Monge Arias sieht etwa Potenzial für seine akademische Laufbahn: „Ich könnte mir vorstellen, später in Osnabrück zu promovieren.“

Mit Teil- und Vollstipendien für die Summer Schools fördern der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Sievert Stiftung, Ernst & Young, Stefanie Schindhelm, das Osnabrücker Steuerforum und HOS Immobilien GmbH & Co. KG dieses Jahr 24 der angereisten internationalen Gäste.

Foto: Universität Osnabrück / Frank Muscheid